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Aktenzeichen:

Zentrale Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption (WKStA) (020), 17 St 2/19p

Veröffentlicht durch:

OStA Wien (038), 12 OStA 172/19z

Bekannt gemacht am:

09.10.2020


Entscheidungsdatum:

17.09.2020

Einstellungsgründe

§ 190 Z 1 StPO
§ 190 Z 2 StPO


 



 

I. Mangels Erfüllung eines strafrechtlich relevanten Sachverhaltes wird das Ermittlungsverfahren wegen des unter Punkt 1. der Begründung dargestellten Faktums („Vereinsspenden“) gegen

- Mag. J**** G**** wegen §§ 12 zweiter oder dritter Fall, 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall StGB;

- H****-Ch**** ST**** wegen §§ 12 zweiter oder dritter Fall; 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall StGB

- unbekannte Täter (Verantwortliche der S**** H**** GmbH) wegen § 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall StGB;

- unbekannte Täter (Verantwortliche der N**** AG) wegen § 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall StGB;

- unbekannte Täter (Verantwortliche der G**** Gesellschaft m.b.H.) wegen § 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall StGB;

- unbekannte Täter (Verantwortliche weiterer noch festzustellender Unternehmen) wegen § 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall StGB;

- den Verein W**** Ö**** wegen § 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall iVm § 12 StGB, § 3 VbVG;

- den Verein A**** M**** wegen § 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall iVm § 12 StGB, § 3 VbVG;

- den Verein P**** A**** wegen § 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall iVm § 12 StGB, § 3 VbVG;

- den Verein R**** – Z**** - Ö**** wegen § 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall iVm § 12 StGB, § 3 VbVG;

- den Verein I**** S**** wegen § 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall iVm § 12 StGB, § 3 VbVG;

- den Verein W**** H**** C**** St**** wegen § 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall iVm § 12 StGB, § 3 VbVG;

- die B**** P**** wegen § 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall iVm § 12 StGB, § 3 VbVG;

- Mag. M**** B**** wegen §§ 12 zweiter oder dritter Fall, 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall StGB;

- Mag. P**** S**** wegen §§ 12 zweiter oder dritter Fall, 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall StGB;

- DI A**** L**** wegen §§ 12 zweiter oder dritter Fall, 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall StGB;

- Dr. M**** T**** wegen §§ 12 zweiter oder dritter Fall, 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall StGB;

- unbekannte Täter (Verantwortliche der S****) wegen §§ 12 zweiter oder dritter Fall, 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall StGB;

- unbekannte Täter (Verantwortliche der Ö****) wegen §§ 12 zweiter oder dritter Fall, 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall StGB und

- unbekannte Täter (Verantwortliche der F****) wegen §§ 12 zweiter oder dritter Fall, 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall StGB;



 

jeweils gemäß § 190 Z 2 StPO eingestellt.



 

II. Von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen H****-Ch**** ST**** und unbekannte Täter zum Sachverhalt „Benachteiligung der ST**** bei öffentlichen Auftragsvergaben“ (Verdacht der Untreue nach § 153 StGB) wird



 

gemäß § 35c erster Satz StAG abgesehen.



 



 

Begründung



 

Zur Einstellung zum Faktum „Vereinsspenden“ (Punkt I. des Tenors):

1. Verdachtslage:

Vor dem Hintergrund des „Ibiza“-Videos bestand der Verdacht, es haben

I. UT (Verantwortliche der S**** H**** GmbH, N**** AG und G**** Gesellschaft m.b.H.) zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt vor der Wahl zum Nationalrat am 15. Oktober 2017 ihre Befugnis über fremdes Vermögen, nämlich über das Vermögen der von ihnen vertretenen Unternehmen, zu verfügen oder dieselben zu verpflichten, wissentlich missbraucht und dadurch die Unternehmen in einem 300.000 Euro übersteigenden Betrag am Vermögen geschädigt, indem sie mehreren, im Einflussbereich nachstehender politischer Parteien stehenden gemeinnützigen Vereinen Geldbeträge in der Höhe von 500.000 bis 2.000.000 Euro als nicht deklarierte Parteispenden zukommen ließen, sohin Leistungen ohne konkrete Gegenleistung erbrachten, wodurch sie in unvertretbarer Weise gegen solche Regeln verstießen, die dem Vermögensschutz der von ihnen vertretenen Unternehmen als wirtschaftlich Berechtigte dienen, und zwar:

1. Verantwortliche der S**** H**** GmbH, der N**** AG und der G**** Gesellschaft m.b.H. den der F**** zuzurechnenden Vereinen A**** M****, W**** Ö****, P**** A****, W**** H**** C**** St****, R**** - Z**** - Ö****, B**** P****, I**** S**** und weiteren noch zu ermittelnden Vereinen;

2. Verantwortliche der S**** H**** GmbH und der N**** AG noch zu ermittelnden, der Ö**** zuzurechnenden Vereinen;

3. Verantwortliche der N**** AG noch zu ermittelnden, der S**** zuzurechnenden Vereinen;

II. nachangeführte Personen zu nachangeführten Tathandlungen dadurch beigetragen, dass sie die Spenden für die nachgenannten Parteien über die genannten bzw noch zu ermittelnden gemeinnützigen Vereine abwickelten und zwar:

1. H****-Ch**** ST****, Mag. J**** G****, AbgzNR Dr. M**** T****, DI A**** L****, Mag. M**** B**** und Mag. P**** S**** sowie allfällige UT (Verantwortliche der F****) zu den unter Punkt I.1. dargestellten strafbaren Handlungen;

2. UT (Verantwortliche der Ö****) zu den unter Punkt I.2. dargestellten strafbaren Handlungen;

3. UT (Verantwortliche der S****) zu den unter Punkt I.3. dargestellten strafbaren Handlungen.

UT (Verantwortliche der S**** H**** GmbH, N**** AG und G**** Gesellschaft m.b.H.), H****-Ch**** ST****, Mag. J**** G****, AbgzNR Dr. M**** T****, DI A**** L****, Mag. M**** B**** und Mag. P**** S**** sowie UT (Verantwortliche der Ö**** und S****) standen daher im Verdacht, das Verbrechen der Untreue nach § 153 Abs 1 und 3 zweiter Fall StGB teils iVm § 12 zweiter oder dritter Fall StGB begangen zu haben.

Die Vereine W**** Ö****, A**** M****, P**** A****, R**** – Z**** - Ö****, I**** S****, W**** H**** C**** St**** und die die B**** P**** sind verdächtig, für die von ihren jeweiligen Entscheidungsträgern begangenen Straftaten im Hinblick darauf, dass diese rechtswidrig, schuldhaft und zu Gunsten des Verbandes begangen wurden, verantwortlich zu sein.

2. Sachverhalt:

Folgende ermittlungsgegenständliche Vereine gelten als F****-nahe:

    1. A**** M****,

    2. W**** Ö****,

    3. P**** A****,

    4. R**** - Z****- Ö**** ,

    5. I**** S****,

    6. W**** H**** C**** St**** und

    7. B**** P****.

Folgende ermittlungsgegenständliche Vereine gelten als Ö****-nahe:

1. H**** P**** P****,

2. V****,

3. V**** F**** b**** P****,

4. M**** S**** und

5. I**** B**** I****.

Aufgrund medialer Berichterstattung ist auch das A****-M****-I**** als Ö****-naher Verein bekannt.

S****-nahe Vereine sind, soweit verfahrensgegenständlich:

1. W**** K**** und

2. W**** u**** w**** g****.



 

    2.1. Ad A**** M****:

    Der Verein wurde am 23. Juni 2015 gegründet, von 11. Mai 2015 bis 10. Mai 2019 war Mag. M**** B**** Obmann des Vereins. Kassiere waren von 28. August 2018 bis 10. Mai 2019 DI A**** L****, von 29. August 2015 bis 10. Mai 2019 Mag. P**** S**** und von 11. Mai 2015 bis 28. August 2017 Dr. M**** T****. Der Obmann und der Kassier vertreten den Verein nach außen.

    Der Verein ist laut Statuten nicht auf Gewinn ausgerichtet und soll die erforderlichen finanziellen Mittel zur Erreichung des Vereinszwecks u.a. durch Beitrittsgebühren, Subventionen, Geld- und Sachspenden, Vermögensverwaltung, Sponsorgelder, Werbeeinnahmen aufbringen.

    Der Zweck des Vereins ist gemäß § 2 der Statuten

        • die Förderung des Österreich-Patriotismus im umfassenden Sinn sowie der staatlichen Autonomie,

        • die Aufklärung über sowie die Information zu EU- und EURO-Fehlentwicklungen,

        • die Stärkung der Selbstbestimmung des Einzelnen gegenüber staatlicher/ internationaler Bevormundung,

        • die Stärkung der direkten Demokratie und Kampf gegen Korruption und Machtmissbrauch,

        • die Demokratisierung der Gesellschaft sowie Abschaffung des Proporzsystems in Österreich,

        • Aktivitäten zur Hebung der Wahlbeteiligung auf allen politischen Ebenen,

        • die Pflege christlicher Wertvorstellungen sowie der christlich-abendländischen Kultur und Tradition,

        • die Förderung der Familie als Grundlage der österreichischen Gesellschaftsordnung,

        • die Förderung der Wissenschaft und Bildung,

        • die Förderung von traditionellen Leistungssportarten,

        • die Bekämpfung der Armut und Erhöhung der sozialen Standards und

        • der Aufbau eines politischen Think-Tanks sowie eines Personenkomitees zur Erfüllung der genannten Zwecke.

    Der Verein verfügte im Mai 2019 über ein Kontoguthaben von zirka 341.000 Euro. Es erfolgten weder im Vorfeld zur Nationalratswahl 2017, noch im Zeitraum bis Mai 2019 (somit bis zur Einleitung des ha Ermittlungsverfahrens) Spenden durch S**** H**** GmbH, N**** AG und G**** Gesellschaft m.b.H. an den Verein A**** M****.

    Zu den auf das Vereinskonto eingegangenen Spenden im Einzelnen:

        1. Die I**** V**** GmbH spendete am 16. November 2015 einen Betrag von 24.000 Euro an den Verein A**** M****. Als Geschäftsführer der I**** V**** GmbH fungierten im Zeitraum der Spende DI Dr. A**** H**** und Dkfm. H**** H****. Alleingesellschafterin war die I* Aktiengesellschaft. Diese wurde ebenfalls von DI Dr. A**** H**** und Dkfm. H**** H**** vertreten, Aktionäre waren A**** V****-T****, D****-M**** A**** Z****, Mag. K**** T**** und M**** T****. Die Aktionäre der Machtgeberin, somit die wirtschaftlich Berechtigten, willigten in die Spende ein. Die Familie T**** tätigte Spenden an Vereinigungen, die ihrer konservativen Weltanschauung entsprechen. Die Spenden erfolgten aufgrund von Spendengesuchen und persönlichen Gesprächen mit den Vereinsverantwortlichen.

        2. Die I**** Aktiengesellschaft spendete am 6. August 2018 einen Betrag von 100.000 Euro an den Verein A**** M****. Auch dieser Spende stimmten die oben unter Punkt 1. genannten wirtschaftlich Berechtigten zu. Zweck der Spende war nach Angaben der Spender die Unterstützung des Vereinszwecks. Gegenleistungen wurden nicht erwartet, angeboten oder in Aussicht gestellt.

        3. Der Alleingeschäftsführer der E**** T**** E**** GmbH Ing. J**** Z**** veranlasste am 1. März 2017 die Zahlung einer Spende von 3.500 Euro an den Verein A**** M****. Er wurde von Mag. J**** G**** als Spender akquiriert, nähere Informationen zum genannten Verein erhielt er von Dr. M**** T****. Eine Gegenleistungen für die Spende wurde von Ing. J**** Z**** nicht erwartet und auch von niemandem angeboten oder in Aussicht gestellt. Einziger Gesellschafter der E**** T**** E**** GmbH war Ing. J**** Z****, somit lag die Zustimmung des wirtschaftlich Berechtigten zur Spende vor.

        4. Der selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer A**** G**** M**** veranlasste aufgrund eines Gespräches mit Mag. J**** G**** am 13. März 2017 eine Spende von 3.500 Euro der A**** GmbH an den Verein A**** M****. Alleingesellschafter der A**** GmbH war die A**** H**** Ges.m.b.H., die wiederum im Alleineigentum von A**** G**** M**** stand. Somit lag die Zustimmung des wirtschaftlich Berechtigten zur Spende vor. Eine Gegenleistung wurde weder erwartet, noch erfolgte eine solche.

        5. MMag. Dr. J**** G****, ehemaliger Angestellter der P**** I**** GmbH, überwies am 26. Juli 2017 einen Betrag von 10.000 Euro von seinem Privatkonto an den Verein A**** M****. Er veranlasste die Zahlung aufgrund eines Ersuchens von Mag. M**** SCH****, dem selbständig vertretungsbefugten Geschäftsführer der P**** I**** GmbH. Die Spende erfolgte aufgrund von persönlichen Gesprächen von Mag. M**** SCH**** mit H****-Ch**** ST**** und Mag. J**** G****, um einen guten Kontakt zur F**** aufzubauen. Die P**** I**** GmbH bezahlte in weiterer Folge an MMag. Dr. J**** G**** einen Betrag von 15.000 Euro unter dem Titel „Sonderzahlung“ als „Kostenersatz“ für die Spende. Diese Zahlung wurde durch den Geschäftsführer Mag. M**** SCH**** veranlasst. Dieser war zu diesem Zeitpunkt auch Alleingesellschafter der P**** H**** GmbH, der Alleingesellschafterin der P**** I**** GmbH. Somit lag die Zustimmung des wirtschaftlich Berechtigten zur Spende und Zahlung vor.

        6. Die ST**** A**** GmbH spendete am 12. Oktober 2017 einen Betrag von 75.000 Euro an den Verein A**** M****. Die Zahlung beruhte auf einem Geschäftsführer- und Gesellschafterbeschluss, der am 20. September 2017 mündlich zwischen den Gesellschaftern und den wirtschaftlichen Eigentümern abgestimmt und mit dem die Zahlung genehmigt wurde. Die schriftlichen Bestätigungen über die mündlich gefassten Beschlüsse datieren mit 10. September 2019. Hinweise, wonach die Geschäftsführer der ST**** A**** GmbH durch die Überweisung der Spende wissentlich ihre Befugnis missbrauchten, liegen aufgrund der bereits im Zeitpunkt der Spende erteilten mündlichen Zustimmung durch die wirtschaftlich Berechtigten nicht vor.

        7. Dr. S**** S**** spendete insgesamt 20.000 Euro an den Verein A**** M****.

        8. E**** S**** (außerordentliches Mitglied des Vereins A**** M****) überwies in mehreren Tranchen insgesamt zirka 27.000 Euro von seinem Privatkonto an den Verein A**** M****. Das Geld stammte teilweise aus seinem eigenen Vermögen, teilweise von anderen Spendern, die H****-Ch**** ST**** und die F**** unterstützen wollten. Er hatte keinen Kontakt zu den Organen des Vereins, Mag. J**** G**** und H****-Ch**** ST****. Er kam durch einen ehemaligen Bekannten, an dessen Namen er sich nicht mehr erinnern konnte, mit dem Verein in Kontakt.

          Ein Teilbetrag der Spenden von E**** S**** in der Höhe von 17.000 Euro stammte von der E**** - B**** GmbH und wurde vom Geschäftsführer J**** M**** im Jänner und Februar 2018 in bar vom Firmenkonto behoben und an E**** SCH**** übergeben. Gesellschafter der E**** - B**** GmbH waren J**** M****, J**** W**** und M**** W****. Die Gesellschafter der E**** - B**** GmbH hatten zur Barbehebung des genannten Betrages als Spende für den Verein keine Zustimmung erteilt. Gegen J**** M**** wurde ein Ermittlungsverfahren wegen § 153 Abs 1 und Abs 3 erster Fall StGB eingeleitet. Weder E**** S**** noch J**** M**** hatten Kontakt zu den Organen des Vereins, Mag. J**** G**** oder H****-Ch**** ST****. Es besteht daher kein Anhaltspunkt für eine Beitragshandlung der Genannten zur allfälligen Untreue des J**** M****.

        9. A**** L**** überwies von Frühjahr bis Sommer 2018 für den 2019 verstorbenen H**** K**** und weitere unbekannte Spender zirka 30.000 Euro an den Verein A**** M****, um die F**** zu unterstützen. Es handelte sich um private Spenden.

     

    2.2. Ad W*** Ö****:

    Der Verein wurde am 12. November 2015 gegründet, Obmann war von 29. August 2017 bis 20. September 2019 Mag. P**** S****, Kassier war von 21. September 2015 bis 20. September 2019 DI A**** L****.

    Vereinszweck ist

        • die Förderung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in Österreich,

        • die Verbesserung des Wirtschaftsstandortes Österreich im In- und Ausland,

        • die Erhöhung des Bildungsgrades der österreichischen Bevölkerung,

        • Aufklärungs- und Informationsarbeit zur Erhöhung der Produktivität in Österreich,

        • die Förderung der Wissenschaft und Bildung und

        • der Aufbau eines Think-Tank zur Erfüllung der oben angeführten Zwecke.

    Von der Gründung des Vereins bis Mai 2019 wurden Spenden in der Höhe von 141.220,58 Euro auf das Bankkonto des Vereines einbezahlt. Die Ausgänge betrugen bis zu diesem Zeitpunkt 22.183,10 Euro für laufenden Aufwand (Sach- und Personalaufwand). Es konnten keine Spenden oder sonstigen Zahlungen von S**** H**** GmbH, N**** AG und G**** Gesellschaft m.b.H. an den Verein W**** Ö**** festgestellt werden.

    Zu den einzelnen Spenden:

        1. Die W**** AG spendete am 11. September 2017 einen Betrag von 10.000 Euro an den Verein Wirtschaft für Österreich. Die Spende wird im ha Verfahren AZ **** geprüft.

        2. Die I**** Aktiengesellschaft spendete am 16. Juli 2018 einen Betrag von 100.000 Euro an den Verein Wirtschaft für Österreich. Mit der Spende sollte der Vereinszweck unterstützt werden. Gegenleistungen wurden nicht erwartet, angeboten oder in Aussicht gestellt. Die Zustimmung der Machtgeber zur Spende war gegeben.

        3. I**** V**** GmbH spendete am 22. Oktober 2015 einen Betrag von 26.000 Euro an den Verein W**** Ö****. Durch die Spende sollte der Vereinszweck unterstützt werden. Die wirtschaftlich Berechtigten erteilten zur Spende ihre Zustimmung.

     

        2.3. Ad P**** A****:

    Der Verein wurde am 11. Februar 2015 gegründet. Obmann des Vereins war seit 21. September 2015 DI A**** L****, Kassier ist seit 27. August 2018 Mag. M**** B****, bis zur Abberufung am 29. August 2017 Dr. M**** T****. Der Verein ist eine Vorfeldorganisation der F****.

    Der Verein ist laut Statuten nicht auf Gewinn ausgerichtet und soll die erforderlichen finanziellen Mittel zur Erreichung des Vereinszwecks u.a. durch Beitrittsgebühren, Subventionen, Geld- und Sachspenden, Vermögensverwaltung, Sponsorgelder, Werbeeinnahmen aufbringen.

    Vereinszweck ist gemäß § 2 der Vereinsstatuten

        • die Pflege der Heimatverbundenheit und kulturellen Identität,

        • die Pflege christlicher Wertvorstellungen sowie der christlich-abendländischen Kultur und Tradition,

        • die Förderung der Familie als Grundlage der österreichischen Gesellschaftsordnung,

        • die Förderung der Wissenschaft und Bildung,

        • die Förderung von traditionellen Leistungssportarten,

        • die Bekämpfung der Armut und Erhöhung der sozialen Standards und

        • der Aufbau eines Think-Tanks zur Erfüllung der oben angeführten Zwecke sowie eines Kulturvereins.

    Seit der Gründung (bis zur Einleitung des Ermittlungsverfahrens) langten fünf Spenden in der Höhe von insgesamt 142.220,58 Euro am Konto des Vereins ein. Von diesem Betrag flossen im Zeitraum 12. November 2015 bis 23. Mai 2019 20.578,66 Euro für laufenden Aufwand (Sach- und Personalaufwand) und 5.550 Euro zur Erfüllung des Vereinszwecks ab.

    Zu den einzelnen Spenden:

  • Spenden der S**** H**** GmbH, N**** AG oder die G**** Gesellschaft m.b.H. an den Verein P**** A**** waren nicht feststellbar.

  • Größter Spender war die I**** V**** GmbH, die am 7. Oktober 2015 einen Betrag von 25.000 Euro und am 31. Mai 2018 einen Betrag von 100.000 Euro spendete. Die Zustimmung der Machtgeber der Gesellschaft zur Spende lag vor.

  • Zwei Spenden in der Höhe von insgesamt 12.000 Euro wurden von der W**** G**** G**** GmbH über Veranlassung des Geschäftsführers Mag. M**** B**** überwiesen. Mag. J**** G**** hatte Mag. M**** B**** im Herbst 2016 und im November 2017 angesprochen und ihn um Unterstützung für den Verein ersucht. Es bestehen keine Hinweise auf eine Involvierung der Vereinsorgane in diesen Vorgang.

    Die erste Zahlung in der Höhe von 2.000 Euro erfolgte im Dezember 2016 vom Gesellschaftskonto der W**** G**** G**** GmbH. Die zweite Zahlung in der Höhe von 10.000 Euro im November 2017 wurde ebenfalls vom Konto der Gesellschaft veranlasst, wurde aber auf das private Verrechnungskonto des Mag. M**** B**** verbucht und erfolgte somit materiell nicht aus dem Vermögen der Gesellschaft. Mag. M**** B**** ging davon aus, dass er zur Autorisierung dieser Zahlungen befugt war. Es gibt keine Hinweise dahingehend, dass Mag. J**** G**** konkrete Umstände der Spenden des Mag. M**** B**** bekannt gewesen wären und er diesbezüglich einen Befugnismissbrauch durch den Genannten in Kauf genommen hätte.

     

    2.4. Ad R**** - Z****- Ö****:

    Der Verein wurde am 20. Oktober 2016 gegründet. Am 27. Mai 2019 wurde dessen freiwillige Auflösung angezeigt und im Vereinsregister eingetragen. Es war zu diesem Zeitpunkt kein Vereinsvermögen vorhanden. Obmann war von 11. Mai 2016 bis 26. Mai 2019 Dr. M**** T****, Kassier war von 11. Mai 2016 bis 26. Mai 2019 DI A**** L****.

    Der Verein, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn gerichtet war, bezweckte

        • die Umsetzung einer umfassenden Verwaltungs- und Staatsreform,

        • die Aufklärung über sowie die Information zu Privilegienwirtschaft sowie überbordender Bürokratie,

        • die Stärkung der Klein- und mittelständischen Unternehmerstruktur in Österreich,

        • die Aufklärung über sowie die Information zu EU- und EURO-Fehlentwicklungen,

        • die Stärkung der Selbstbestimmung des Einzelnen gegenüber staatlicher/internationaler Bevormundung,

        • Stärkung der direkten Demokratie und Kampf gegen Korruption und Machtmissbrauch,

        • Demokratisierung der Gesellschaft sowie Abschaffung des Proporzsystems in Osterreich,

        • Aktivitäten zur Hebung der Wahlbeteiligung auf allen politischen Ebenen,

        • Pflege christlicher Wertvorstellungen sowie der christlich abendländischen Kultur und Tradition,

        • die Förderung der Familie als Grundlage der österreichischen Gesellschaftsordnung,

        • die Förderung der Wissenschaft und Bildung,

        • die Bekämpfung der Armut und Erhöhung der sozialen Standards und

        • den Aufbau eines politischen Think-Tanks sowie eines Personenkomitees zur Erfüllung der genannten Zwecke.

    Es wurde weder ein Konto des Vereins eröffnet noch gingen Spenden ein. Der Verein entfaltete keine Tätigkeit.

     

    2.5. Ad I**** S ****:

    Der Verein I**** S**** wurde am 17. November 2016 gegründet. Seit der Gründung ist Dr. M**** T**** Obmann des Vereins und Mag. M**** B**** Kassier. Der Verein ist laut Statuten nicht auf Gewinn ausgerichtet und soll die erforderlichen finanziellen Mittel zur Erreichung des Vereinszwecks u.a. durch Beitrittsgebühren, Subventionen, Geld- und Sachspenden, Vermögensverwaltung, Sponsorgelder, Werbeeinnahmen aufbringen. A**** D**** ist wissenschaftlicher Direktor des Vereins.

    Vereinszweck ist:

        • die Aufklärung und Information über aktuelle sicherheitspolitische Themenfelder,

        • der Aufbau eines Netzwerkes von sicherheitspolitischen Experten,

        • die Erstellung und Publikation von wissenschaftlichen Analysen im Sicherheitsbereich,

        • die Bereitstellung von Informationen zu aktuellen sicherheitspolitischen Themenfeldern,

        • die Organisation von Veranstaltungen und Diskussionsrunden zu aktuellen sicherheitspolitischen Themenfeldern und

        • der Aufbau eines sicherheitspolitischen Think-Tanks.

    Es besteht eine Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) und dem I**** S****, die schon mehrfach Gegenstand von parlamentarischen Anfragen war. Aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage zu S91143/132-PMVD/2018 vom 21. Januar 2019 ergibt sich, dass seitens des Ministeriums seit Anfang 2017 jährlich 200.000 Euro an den I**** S**** bezahlt werden. Leistungen des I**** S**** umfassten u.a. die Erstellung von Studien und Policy-Papieren, die Bereitstellung von Hintergrundinformationen in Form von Exposés, die Durchführung sicherheitspolitischer Beratungsgespräche und Experten-Workshops sowie die Bereitstellung von Experten als Vortragende bei Veranstaltungen des BMLV. Inhaltlich fokussiert die Kooperation mit dem I**** S**** den Bereich der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit mit den östlichen Nachbarländern Tschechien, Slowakei, Ungarn und den Westbalkanländern. Für das BMLV sei speziell die Expertise und Nutzung des wissenschaftlichen I**** S****-Netzwerkes in den Bereichen der Entwicklung im postsowjetischen Raum, die Bewältigung hybrider Konflikte sowie die Rolle Russlands und der USA im Rahmen der europäischen Sicherheitsarchitektur von Bedeutung. Auch in der Anfragebeantwortung betreffend „Erbringung von Dienstleistungen im zweiten Halbjahr 2019“ zur Zahl S91143/18-PMVD/2020 wurde die Kooperation mit dem I**** S**** in den Jahren 2017-2021 erwähnt und wurden die Kosten mit 200.000 Euro pro Jahr beziffert.

    Weiters besteht seit 1. Jänner 2018 eine Sponsoringvereinbarung zwischen der N**** AG und dem I**** S****, mit einem Gesamtentgelt von 200.000 Euro, das bereits vollständig bezahlt wurde. Der Vertrag wurde seitens der N**** AG von Mag. H**** N**** und DI R**** P**** unterfertigt. Die Vereinbarung ist jeweils zum Jahresende des laufenden Jahres kündbar, sofern das Bundesministerium für Landesverteidigung seine Kooperation mit dem I**** S**** beendet. Die genannten Zahlungen der N**** AG an den Verein werden im ha Verfahren AZ **** geprüft.

    Spenden der S**** H**** GmbH und der G**** Gesellschaft m.b.H. an den Verein waren nicht feststellbar.

     

    2.6. Ad W**** H**** C**** St****:

    Der Verein W**** H**** C**** St**** wurde am 8. Juni 2017 errichtet und verstand sich als ein parteiunabhängiges Personenkomitee mit Vertretern und Vertreterinnen aller politischen Richtungen in Österreich. Obmann war von 7. Juni 2017 bis 26. Mai 2019 Dr. M**** T****, Kassier Mag. M**** B****. Der Verein entfaltete von der Gründung bis zur freiwilligen Auflösung am 27. Mai 2019 keine Vereinstätigkeit und hatte keine Bankkonten. Vereinsvermögen war im Zeitpunkt der Auflösung nicht vorhanden. Spenden der S**** H**** GmbH, N**** AG oder G**** Gesellschaft m.b.H. an den genannten Verein waren nicht feststellbar.

     

    2.7. Ad B**** P****:

    Zweck der B**** P**** war die Versorgung des Stifters Mag. M**** B**** und bestimmter Familienmitglieder. Die Stiftung wurde infolge des Widerrufs durch den Stifter mit Beschluss vom 17. Dezember 2012 aufgelöst und am 9. Mai 2018 im Firmenbuch gelöscht.

    Spenden der S**** H**** GmbH, N**** AG und G**** Gesellschaft m.b.H. an den genannten Verein waren nicht feststellbar.

     

    2.8. Ad Ö****-nahe Vereine:

Hinweise auf Spenden der S**** H**** GmbH sowie der N**** A**** an die oben genannten Ö****-nahen Vereine waren – mit Ausnahme von gesondert geprüften Zahlungen an das A****-M****-I**** - nicht feststellbar.

Aus einer Excel-Tabelle des N****-Konzerns ist weiters ersichtlich, dass der Konzern laufend Sponsoring in Bezug auf zahlreiche unterschiedlichste Institutionen, Vereine und Unternehmen (beispielsweise im Sport-, Kultur-, Medien- und Wohltätigkeitsbereich) betrieb.



 

2.9. Ad S****-nahe Vereine:

Hinweise auf Spenden der N**** AG an die oben genannten S****-nahen Vereine waren nicht feststellbar.

Den Ausführungen im Anlassbericht des Bundeskriminalamtes, wonach der Verein W**** K**** im Jahr 2019 1,8 Mio Euro Fördergelder erhalten und für Parteiwerbung verwendet habe, wird nachgegangen.

 

    3. Beweiswürdigung

    3.1. Zum Tatverdacht/Sachverhalt in Bezug auf S**** H**** GmbH, G**** Gesellschaft m.b.H. und N**** AG:

    Die Annahme, wonach seitens der Unternehmen S**** H**** GmbH, N**** AG und G**** Gesellschaft m.b.H. keine Zahlungen von Spenden an die verfahrensgegenständlichen Vereine erfolgten, ist insbesondere aus folgenden Beweisergebnissen und Umständen ableitbar:

    Die R**** W**** S**** GMBH untersuchte im Auftrag der jeweiligen Vereinsorgane der F****-nahen Vereine die Zahlungseingänge und kam zu dem Ergebnis, dass keine Spenden bzw. Zahlungen durch S**** H**** GmbH, N**** AG oder die G**** Gesellschaft m.b.H. an F****-nahe Vereine oder die F**** erfolgten.

    Die S**** H**** GmbH legte einen Bericht des Wirtschaftsprüfers der B**** A**** GmbH Mag. B**** W**** vom 21. Juni 2019 über Prüfungshandlungen in Bezug auf Zahlungen an politische Parteien und diesen nahestehende Vereine vor. Demnach waren keine Transaktionen des Unternehmens mit den Vereinen A**** M****, W**** Ö****, P**** A****, R**** - Z****- Ö**** und W**** H**** C**** St**** feststellbar. Mag. B**** W**** führte weiters aus, dass sich im Rahmen der Belegdurchsicht sowie der erfolgten Befragungen der Geschäftsführung kein Hinweis ergab, dass eine Transaktion mit einer österreichischen politischen Partei, österreichischen politischen Parteien nahestehenden Vereinen oder Organisationen durchgeführt wurde. Daraus ist ableitbar, dass nicht nur mit F****-nahen Vereinen keine Transaktionen durchgeführt wurden, sondern auch keine Hinweise auf Geschäfte mit Ö****-nahen Vereinen bestanden, wofür aber – mit Ausnahme der Äußerung von H****-Ch**** ST**** im „Ibiza-Video“ R**** B****. Der die Ö**** und uns zahlt…“ - keine weiteren Indizien bestehen.

    Gleichermaßen äußerte sich auch die G****Gesellschaft m.b.H. dahingehend, dass keinerlei Zahlungen an die verfahrensgegenständlichen Vereine geleistet wurden und legte eine Bestätigung des Wirtschaftsprüfers L**** C**** GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft vor.

    Mag. FH M**** SCH****, Leiter der Compliance-Abteilung im N****-Konzern, bestätigte in seiner Zeugenvernehmung, dass nach Bekanntwerden des „Ibiza-Videos“ eine Überprüfung dahingehend stattgefunden habe, ob es in den letzten Jahren Parteispenden aus wesentlichen österreichischen Konzern-Gesellschaften an österreichische Parteien gegeben habe. Es seien keine verdächtigen Geldflüsse an politische Parteien festgestellt worden, weiters hätten keine Zahlungen an die verfahrensgegenständlichen Vereine (ausgenommen den Verein I**** S****) stattgefunden. Das Ermittlungsverfahren erbrachte auch keine konkreten Hinweise auf diesbezügliche Zahlungen. Die (nicht näher spezifizierte) Aussage von H****-Ch**** ST**** im „Ibiza-Video“ - N**** zahlt alle“ - ließ sich daher im Hinblick auf den ursprünglichen Tatverdacht nicht weiter erhärten.

    In der Transkription des „Ibiza-Videos“ finden sich folgende Absätze mit Bezug zur S**** H**** GmbH bzw. R**** B****:

    Schau', jetzt, jetzt...jetzt zum Beispiel geht die ganze...die ganze Partie rund um...S**** W**** und P**** ...und B****...alle die haben über 20 Millionen bereits für den K**** In den Topf geworfen.

    Auch aus dieser unkonkreten Äußerung ließ sich der Tatverdacht nicht weiter erhärten.

    Aus den medial verfügbaren Informationen über die Befragung des Bundeskanzlers S**** K**** in der 5. Sitzung des „Ibiza-Untersuchungsausschusses“ am 24. Juni 2020 ist ableitbar, dass dieser Spenden von R**** B**** an die Ö**** ausschloss, er habe mit diesem auch nicht über Spenden gesprochen.

    Der Beschuldigte Mag. J**** G**** bestritt den Tatverdacht, er habe in den verfahrensgegenständlichen Vereinen keine Funktion ausgeübt, er habe ein großes Netzwerk und einige Persönlichkeiten gefragt, ob sie einen gemeinnützigen Verein unterstützen.

    Die Beschuldigten Mag. P**** S**** und DI A**** L**** machten zum Tatverdacht keine Angaben.

    Dr. M**** T**** und Mag. M**** B**** bestritten den Tatverdacht und legten im Rahmen ihrer Vernehmungen Unterlagen zu Spenden an die von ihnen vertretenen Vereine sowie die Ergebnisse der Prüfung durch die R**** W**** S**** GMBH vor.

    Der Beschuldigte H****-Ch**** ST**** gab im Rahmen einer schriftlichen Stellungnahme an, dass die veröffentlichten Aussagen im „Ibiza-Video“ zu den Großspenden an die F**** und F****-nahe Vereine nicht den Tatsachen entsprechen, was er auch mit einer eidesstättigen Erklärung gegenüber Ing. G**** G**** bestätigte.

    H****-Ch**** ST**** führte zum N****-Konzern laut Transkription des „Ibiza-Videos“ noch weiter aus:

    Und dann gibts noch ein paar Bigplayer, die sagen wir zahlen allen Dreien. Dann sag ich, na schau. Ist wenigstens pragmatisch, (lacht). Wir sind pragmatisch. Ist auch in Ordnung. Na? Na aber das ist dann wenigstens wahr, da weißt du dann, woran du bist. Und ist auch gut so. … N**** zum Beispiel, N****, Generalbeschluss, wir zahlen drei.

    Auch aus diesen unbestimmten Äußerungen in der Transkription des „Ibiza-Videos“ sind aber nach ha Beurteilung keine weiteren Ermittlungsansätze ableitbar.

    Aus der vollständigen Transkription des „Ibiza-Videos“ ergibt sich, dass H****-Ch**** ST**** und Mag. J**** G**** der vermeintlichen Oligarchin die Möglichkeit von Spenden an politischen Parteien nahestehende Vereine schilderten, die nicht der Prüfung durch den Rechnungshof unterliegen. Hinweise auf konkrete strafbare Handlungen sind aus diesen Äußerungen nicht ableitbar, vielmehr wird die Möglichkeit für potentielle Spender dargelegt, nicht in der Öffentlichkeit aufzuscheinen. Festzuhalten ist, dass H****-Ch**** ST**** und Mag. J**** G**** mehrfach während des Gespräches am 24. Juli 2017 auf rechtskonforme und legale Transaktionen, die in Übereinstimmung mit dem Parteiprogramm stehen, hinwiesen:

    Und noch dazu, schau', es muss alles legal sein. Das ist einmal klar. Es ist aber machbar.(Mag. J**** G****);

    Aber pragmatisch ...unverständlich... nur Rechtsstaat, und ich mache nichts, das ist mir heilig, ich mache nichts was rechtswidrig ist, bei mir gibt es nur ganz, es muss meiner Überzeugung entsprechen, es muss völlig legitim sein, völlig rechtskonform sein, das ist mein Werdegang. Und das ist meine Stärke.“ (H****-Ch**** ST****);

    ...rechtskonform...ich habe das alles schon erlebt...da muss ich dir heute meine Story erzählen, …(H****-Ch**** ST****);

    Es muss trotzdem immer rechtskonform, legal und mit unserem Programm übereinstimmen…“ (H****-Ch**** ST****);

    Es ist klar, da ist etwas drinnen aber wir machen nichts illegales, Punkt.“ (H****-Ch**** ST****);

    Jo, wir sind bereit...was legal is.“ (Mag. J**** G****);

    Und ich habe eines gelernt, es gibt bei mir nur korrekte Ebenen ja? ich mache nichts was rechtswidrig ist. JG Genau. Es gibt bei mir nur ganz korrekte Ebenen, alles was in meinem Leben heut angegriffen wird, ist korrekt. Ja? Und ich, es gibt bei mir keine Selbstbereicherung oder sonstige Scheißgeschichten, das gibt es nicht. Ja? Sondern es gibt Interesse, was wollen wir politisch, wohin wollen wir politisch, was hat die Bevölkerung, was hat der Steuerzahler davon und wenn dann ein Unternehmer einen Profit hat, solls mir recht sein, wenns ins Konzept passt.“ (H****-Ch**** ST****).

    Anything...ah...you want, which is legal, Okay!“ (Mag. J**** G****);

    Grundsätzlich bei legalen Projekten... (?)(Mag. J**** G****);

    Nein, du, schau. Bei uns gibt's nur ganz legale korrekte Geschichten. Und jetzt verabschieden wir uns und gehen.(H****-Ch**** ST****).

    Insgesamt ließ sich der Tatverdacht durch die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem „Ibiza-Video“ nicht erhärten und kann nicht nachgewiesen werden, dass S**** H**** GmbH, N**** AG und G**** Gesellschaft m.b.H. an politischen Parteien nahestehende Vereine spendeten. Weitere Ermittlungshandlungen diesbezüglich, insbesondere Zwangsmaßnahmen, sind aufgrund der vorliegenden Ermittlungsergebnisse nicht indiziert, zumal auch die Mehrheit der Spender bereits bekannt ist.

    Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Äußerungen von H****-Ch**** ST**** im „Ibiza-Video“ mit Bezug zu Spenden von S**** H**** GmbH, N**** AG und G**** Gesellschaft m.b.H. nicht den Tatsachen entsprachen, was er im Nachhinein auch selbst angab.

    3.2. Zum Tatverdacht/Sachverhalt in Bezug auf weitere noch festzustellende Unternehmen“:

    Die Annahmen zu den weiteren Spendern beruhen auf den dazu vorgelegten Unterlagen und den Angaben ihrer jeweiligen Organe, die als Zeugen vernommen wurden und die Zustimmung durch den bzw. die jeweils wirtschaftlich Berechtigten nachvollziehbar darlegten.

  • Von der I**** V**** GmbH und der I**** Aktiengesellschaft wurden zu den einzelnen Spenden die Organbeschlüsse und Zustimmungserklärungen vorgelegt, aus welchen sich ergibt, dass die wirtschaftlich Berechtigten, die Aktionäre A**** V****-T****, D****-M**** A**** Z****, Mag. K**** T**** und M**** T**** den Zahlungen an die jeweiligen Vereine zustimmten, was auch aus der Zeugenaussage des Vorstandes Dkfm. H**** H**** ableitbar ist.

  • Aus dem Firmenbuch ergibt sich, dass der Geschäftsführer der E**** T**** E**** GmbH Ing. J**** Z**** Alleingesellschafter der von ihm vertretenen Gesellschaft ist. Somit lag die Zustimmung des wirtschaftlich Berechtigten zur Spende vor.

  • Gleichermaßen war A**** G**** M**** der letztlich wirtschaftlich Berechtigte der Spenderin A**** GmbH und Mag. M**** SCH**** der letztlich wirtschaftlich Berechtigte der Spenderin P**** I**** GmbH. Somit lag die Zustimmung der wirtschaftlich Berechtigten zu den jeweiligen Spenden vor.

  • Mag. G**** U**** und Dr. E**** R**** sind die letztlich wirtschaftlich Berechtigten der ST**** A**** GmbH und veranlassten selbst im Oktober 2017 die Bezahlung der Spende der ST**** A**** GmbH an den Verein A**** M****. Diesbezüglich liegen sowohl E-Mails vom 26. und 27. September 2017 als auch nachträglich ausgestellte schriftliche Bestätigungen über die mündlich gefassten Beschlüsse vor, aus welchen sich die Zustimmung der Letztberechtigten ergibt. Auch der Zeuge Dr. E**** R**** bestätigte das Vorliegen der erforderlichen Zustimmungen im Zeitpunkt der Zahlung. Der Umstand, dass diese schriftlichen Bestätigungen nachträglich ausgestellt wurden, führt nicht zur Unwirksamkeit der bereits zuvor mündlich gefassten Beschlüsse. Darüber hinaus ist Wissentlichkeit in Bezug auf einen allfälligen Befugnismissbrauch nicht nachweisbar.

  • Im Zusammenhang mit den Spenden der W**** G**** G**** GmbH an den Verein P**** A**** ist davon auszugehen, dass die Gesellschafter den Zahlungen nicht zustimmten, Mag. M**** B**** aber davon ausging, zur Autorisierung dieser Zahlungen befugt zu sein, was sich aus seiner diesbezüglich glaubwürdigen Zeugenaussage ergibt. Die Ausführungen, wonach die Zahlung von 10.000 Euro im November 2017 materiell nicht aus dem Gesellschaftsvermögen erfolgte, beruht auf den von der Gesellschaft zu diesem Vorgang vorgelegten Unterlagen. Die Annahme, wonach gegen Mag. J**** G**** die subjektive Tatseite nicht nachweisbar ist, beruht darauf, dass er von den näheren Umständen der Spenden des Mag. M**** B**** keine Kenntnis hatte, was sich sowohl aus seiner eigenen Aussage, als auch aus der Aussage des Mag. M**** B**** ergibt.

     

    4. Rechtlich kann daraus gefolgert werden:

    Unbekannte Täter (Verantwortliche der S**** H**** GmbH), unbekannte Täter (Verantwortliche der N**** AG), unbekannte Täter (Verantwortliche der G**** Gesellschaft m.b.H.), unbekannte Täter (Verantwortliche von weiteren noch festzustellenden Unternehmen), der Verein W**** Ö****, der Verein A**** M****, der Verein P**** A****, der Verein R**** - Z****- Ö****, der Verein I**** S****, der Verein W**** H**** C**** St****, der Verein B**** P****, H****-Ch**** ST****, Dr. M**** T****, DI A**** L****, Mag. M**** B****, Mag. P**** S****, unbekannte Täter (Verantwortliche der S****), unbekannte Täter (Verantwortliche der Ö****) und unbekannte Täter (Verantwortliche der F****) standen zum Sachverhalt „Vereinsspenden“ im Verdacht, das Verbrechen der Untreue nach § 153 Abs 1 und Abs 3 zweiter Fall StGB teils iVm § 12 zweiter oder dritter Fall StGB und § 3 VbVG begangen zu haben.

    Der Tatverdacht in Bezug auf S**** H**** GmbH, N**** AG und G**** Gesellschaft m.b.H. konnte mangels Tatnachweises nicht erhärtet werden, weil keine konkreten Beweisergebnisse vorliegen, dass die Unternehmen S**** H**** GmbH, N**** AG und G**** Gesellschaft m.b.H. an politischen Parteien nahestehende Vereine spendeten.

    In Bezug auf die weiteren oben dargelegten Spenden durch weitere Unternehmen an F****-nahe Vereine lagen – mit einer Ausnahme – jeweils im Zeitpunkt der Spenden die Zustimmungen der jeweils wirtschaftlichen Berechtigten (der Gesellschafter der jeweiligen AG und GmbH) vor. Unabhängig von der Frage, ob die Spenden im konkreten Fall im Unternehmensinteresse lagen oder ein unvertretbaren Regelverstoß vorlag, besteht daher gemäß § 153 Abs 2 StGB aufgrund der Zustimmung der jeweiligen wirtschaftlich Berechtigten kein Verdacht der Untreue (Kirchbacher/Sadoghi in Höpfel/Ratz, WK2 StGB § 153 Rz 30/1 und 30/2 mwN).

    Hinsichtlich der Spenden der E**** - B**** GmbH an den Verein A**** M**** lag eine solche Zustimmung nicht vor, weshalb diesbezüglich Ermittlungen gegen den Geschäftsführer J**** M**** wegen § 153 Abs 1 und Abs 3 erster Fall StGB eingeleitet wurden. Eine Involvierung und somit ein Tatverdacht gegen die Vereinsorgane, Mag. J**** G**** und H****-Ch**** ST**** besteht nicht.

    Hinsichtlich der Spende der W**** G**** G**** GmbH an den Verein P**** A**** ist festzuhalten, dass in Bezug auf die Zahlung von 10.000 Euro im November 2017 der Tatbestand des § 153 Abs 1 und Abs 3 StGB nicht erfüllt ist, weil bei der genannten Gesellschaft kein Schaden entstand. Im Zusammenhang mit der Autorisierung der Zahlung von 2.000 Euro im Dezember 2016 ist bereits Verjährung gemäß § 57 Abs 3 5. Fall StGB eingetreten, weshalb von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den genannten Geschäftsführer abgesehen wird. In Bezug auf Mag. J**** G**** ist nicht nachweisbar, dass dieser wusste und in Kauf nahm, dass Mag. M**** B**** seine Befugnis missbrauchen würde, als er diesen um eine Spende für den Verein P**** A**** ersuchte. Es ist daher die subjektive Tatseite nicht erweislich.

    Der Tatverdacht im Zusammenhang mit Spenden an weitere Unternehmen konnte daher mangels Tatnachweises ebenfalls nicht erhärtet werden, weshalb die Ermittlungen gegen sämtliche Beschuldigten diesbezüglich einzustellen sind.

     

Zum Absehen von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens zum Sachverhalt Benachteiligung der ST**** bei öffentlichen Auftragsvergaben“(Punkt II. des Tenors):

 

Aus den veröffentlichten Ausschnitten desIbiza-Videos“ wurde deutlich, dass H****-Ch**** ST**** der vermeintlichen russischen Oligarchin für eine verdeckte Parteispende bzw. für den Erwerb von Anteilen an der K**** Z**** für den Fall einer Regierungsbeteiligung eine Bevorteilung bei der Vergabe von öffentlichen Bauaufträgen in Aussicht stellt. H****-Ch**** ST**** schlug der vermeintlichen russischen Oligarchin vor, sie solle „eine Firma wie die ST***** gründen“, weil sie dann alle staatlichen Aufträge, die bislang die ST***** erhalten habe, bekommen würde; „weil den H**** will“ er nicht mehr; das erste in einer Regierungsbeteiligung, das er „heute zusagen“ könne ist: „der H**** kriegt keine Aufträge mehr“. Auch auf die Forderung der vermeintlichen russischen Oligarchin, wonach sie einen garantierten „Staatsauftrag mit Überpreis“, also zu ihrem Vorteil überteuert, wolle, geht H****-Ch**** ST**** insofern ein, als er äußert: „Noch einmal: bei einem staatlichen Auftrag hast du das“.

Betreffend H****-Ch**** ST**** Erläuterungen zur ST**** ist zunächst festzuhalten, dass der auf dem Video angebahnte „Deal“ mit der vermeintlichen russischen Oligarchin unbestrittenermaßen nicht zustande gekommen ist und daher darin für sich allein betrachtet kein gerichtlich strafbares Verhalten begründet sein kann. Ungeachtet dessen bringt H****-Ch**** ST**** deutlich zum Ausdruck, dass er für den Fall einer Regierungsbeteiligung der F**** die ST**** und Dr. H**** P**** H**** bei der öffentlichen Auftragsvergabe zu benachteiligen beabsichtige. Da es zu einer Regierungsbeteiligung der F**** unter H****-Ch**** ST**** gekommen ist und auch das für öffentliche Bauaufträge zuständige Infrastrukturministerium unter der Leitung der F**** stand, war im Rahmen von Erkundigungen abzuklären, ob H****-Ch**** ST**** seine Ankündigung in Form einer strafrechtlich relevanten unsachlichen Benachteiligung des Dr. H**** P**** H**** bzw. eines seiner Unternehmen umsetzte.

Der exakte Wortlaut der diesbezüglichen Kommunikation ist in der nunmehr vorliegenden Transkription des „Ibiza-Videos“ wiedergegeben und lautet auszugsweise wie folgt:

 

...brauchen wir gar nicht reden...weiteres Gespräch wieder teilweise unverständlich, permanentes Durcheinanderreden... dann sag ich ihr dann soll sie so eine Firma wie die ST**** gründen weil alle staatlichen Aufträge, die jetzt die ST**** kriegt, kriegt sie dann, so, und über diese Geschichte rede ich, … alle reden durcheinander… weil ich den H**** wirklich nicht mag.

01:44:15 J**** H**** ...unverständlich... ich fühle mich teilweise unwohl über solchen Gesprächen...weiter unverständlich

01:44:28 H***-C**** ST**** ...rechtskonform...ich habe das alles schon erlebt...da muss ich dir heute meine Story erzählen, 2004 kommt eine große Gruppe zu mir, Mittagessen, Gespräch mit mir, da war ich ein kleiner Schneebrunzer mit 34 Jahren. Wir zahlen dir 20 Millionen, bitte halte die Goschen ...weitere Wörter teilweise unverständlich…



 

H****-C**** ST**** Genau, genau

J**** H**** Autobahn was auch immer

01:49:00 H****-C**** ST**** Genau, schau und da sind wir jetzt genau beim Thema ST****, Autobahnen, du, das Erste in einer Regierungsbeteiligung, was ich heute zusagen kann, ist, der H**** kriegt keine Aufträge mehr. So ok und dann haben wir ein riesen Volumen

J**** G****, J**** H**** Reden unverständlich ins Gespräch

01:49:16 H****-C**** ST**** (Lacht) Von den gesamten infrastrukturellen Veränderungen, wenn da eine Qualität da ist und ein qualitativer Anbieter da ist, dann bin ich der Erste der sagt, super, super

J**** G**** Redet ins Gespräch unverständlich

J**** H**** Das ist ja wurscht, der Punkt ist, das was sie hat, ah, nehme an genau wie ihr auch, ein gewisses Paranoia

J**** G**** Jo eh, sie sagt es ja grad.

J**** H**** Das ist heikel.

01:49:40 Unverständlicher Dialog zwischen den H***-C**** ST****, J**** G****, J**** H****



 

J**** H**** Im Prinzip alles was erlaubt ein Staatsauftrag mit Überpreis.

H****-C**** ST**** Ja. Ja, ja. Ja.

J**** H**** Unverst … Autobahn, …

Ja

J**** H**** Flughäfen,

H****-C**** ST**** Noch einmal. Autobahn bin ich sofort dabei. Statt H**** jeden öffentlichen Auftrag abseits der ST****.

J**** H**** Der Punkt ist nicht der öffentliche Auftrag. Der Punkt ist der Überpreis der garantiert wird.

H****-C**** ST**** Nochmal, du, beim staatlichen Auftrag hast du das.

J**** G**** Das wird man nie aussprechen. Das wirst du nie aussprechen. Das macht man nicht.

J**** H**** Ja, unverst….

J**** G**** Unverst… das hilft mir nix. Das versteh ich nicht. … unverst.

H****-C**** ST**** Tschuldige. Nein, das tust du nicht



 

H****-Ch**** ST**** brachte zum Ausdruck, dass er für den Fall einer Regierungsbeteiligung der F**** die ST**** und Dr. H**** P**** H***** bei öffentlichen Auftragsvergaben zu benachteiligen beabsichtige.

Als denkmöglicher strafrechtlicher Anknüpfungspunkt käme der Tatbestand der Untreue gemäß § 153 Abs 1 und 3 erster oder zweiter Fall StGB im Rahmen der Privatwirtschaftsverwaltung – theoretisch begangen durch H****-Ch**** ST**** oder einen anderen verantwortlichen Entscheidungsträger – in Betracht.

Die Durchführung von Erkundigungen zur Klärung, ob ein Anfangsverdacht vorliegt, weil H****-Ch**** ST**** seine Ankündigung in Form einer strafrechtlich relevanten unsachlichen Benachteiligung des Dr. H**** P**** H**** bzw. eines seiner Unternehmen umsetzte, führte zu keinem Ergebnis. Dr. H**** P**** H**** gab über Rückfrage an, dass er, was die ST**** betreffe, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Regelwidrigkeit bei der Vergabe von Aufträgen ausschließen könne. Es gibt daher keine konkreten Hinweise für einen objektiven Befugnismissbrauch.

Gemäß § 35c erster Satz StAG war von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen H****-Ch**** ST**** und unbekannte Täter wegen § 153 Abs 1 und 3 erster oder zweiter Fall StGB zum Sachverhalt „Benachteiligung der ST**** bei öffentlichen Auftragsvergaben“ abzusehen, weil die erforderlichen bestimmten Anhaltspunkte für die Annahme, dass eine Straftat begangen worden ist, nicht vorliegen.

In Bezug auf das Unternehmen „W****“ verwies Dr. H**** P**** H**** auf eine bereits durch Rechtsanwältin Dr. K**** H**** erstattete Anzeige. Der diesbezügliche Sachverhalt wurde zu den ha AZ **** und **** geprüft und von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens abgesehen.