zur Navigation
Aktenzeichen:

Zentrale Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption (WKStA) (020), 84 St 2/19f

Veröffentlicht durch:

OStA Wien (038), 14 OStA 104/22v

Bekannt gemacht am:

27.04.2022


Entscheidungsdatum:

02.08.2021

Einstellungsgrund

§ 190 Z 2 StPO


 

Das Ermittlungsverfahren gegen die Beschuldigten bzw. die belangten Verbände wurde jeweils gemäß § 190 Z 2 StPO mangels hinreichender Verdachtslage insbesondere in Ansehung der Erweislichkeit eines Vorsatzes eingestellt. Gegenstand des Ermittlungsverfahrens war der Verdacht des Verbrechens des Abgabebetruges im Zusammenhang mit einem Immobilienverkauf des Bistums G*** an die I*** Privatstiftung im Juni 2013 im Hinblick auf eine – nach der Verdachtslage zur Verschleierung eines Teiles des Kaufpreises gegebene – Spende der V*** Privatstiftung.



Nach der vom Ermittlungsverfahren umfassten Verdachtslage haben in K*** vorsätzlich unter Verletzung einer abgabenrechtlichen Anzeige-, Offenlegungs- und Wahrheitspflicht eine Abgabenverkürzung in einem 100.000 Euro übersteigenden Betrag von je 150.000 Euro bewirkt bzw. dazu beigetragen bzw. vorsatzlos handelnde Personen dazu bestimmt, wobei die Tat je unter Verwendung von Scheingeschäften oder anderen Scheinhandlungen (§ 23 BAO) begangen wurde, und zwar:



  1. Dr. A*** S*** als Vertreter des Bistums G*** am 30. April 2014 durch Nichteinreichung einer Körperschaftssteuererklärung für das Bistum G***, die geboten gewesen wäre, weil wegen nach der Verdachtslage unrichtig abgeführter Immobilienertragsteuer eine Endbesteuerungswirkung nicht eintrat, eine Verkürzung an Körperschaftssteuer von 150.000 Euro durch das Bistum G***, wobei folgende Personen zur Tat beitrugen, nämlich Prof. Dr. J***-A*** L*** und Dr. K*** T*** dadurch, dass sie als Vertreter der I*** Privatstiftung einen inhaltlich unrichtigen, nämlich einen um 600.000 Euro zu geringen Kaufpreis umfassenden Kaufvertrag abschlossen und mit Dr. A*** S*** vereinbarten, einen Teil des Kaufpreises von 600.000 Euro tatsachenwidrig als Spende zu deklarieren, sowie Dr. E***-H*** L*** dadurch, dass er über den inhaltlich unrichtigen Kaufvertrag und die Spendenzahlung verhandelte.



  1. vorsatzlos handelnde Vertreter der V*** Privatstiftung zur gesetzwidrigen Geltendmachung von 600.000 Euro als Betriebsausgabe (Spende) und somit zur am 5. Februar 2017 bewirkten Verkürzung an Körperschaftssteuer von 150.000 Euro durch die V*** Privatstiftung bestimmt, und zwar Prof. Dr. J***-A*** L*** und Dr. K*** T***, indem sie durch unrichtige Deklaration eines Kaufpreisteiles von 600.000 Euro als Spende die Voraussetzungen für die Geltendmachung als Betriebsausgabe schufen, Mag. F*** L***, Dr. E*** M*** und DI F*** B*** dadurch, dass sie die angebliche Spende als Vertreter der Diözese G*** annahmen, Mag. F*** L***, indem er die Kontodaten der Diözese zur Verfügung stellte und auf die notwendigen Angaben für die steuerliche Absetzbarkeit hinwies, und Dr. E***-H*** L*** dadurch, dass er in Kenntnis des Tatplans Mag. F*** L*** über das bevorstehende Einlangen der angeblichen Großspende in Kenntnis setzte und um Eröffnung eines Kontos sowie Bekanntgabe der Kontodaten an die Spender ersuchte.



Zusammengefasst bestand der Verdacht, die Beschuldigten haben je das Verbrechen des Abgabenbetruges nach den §§ 33 Abs. 1, 39 Abs. 1 lit. b FinStrG, teils als Beteiligte nach dem § 11 zweiter bzw. dritter Fall FinStrG begangen. Gegen das Bistum G*** und die V*** Privatstiftung richtete sich je der Verdacht nach § 3 VbVG (§§ 33 Abs. 1, 39 Abs. 1 lit. b FinStrG).



Der dem Ermittlungsverfahren zu Grunde liegende Sachverhalt lässt sich zusammenfassen wie folgt:



Am 20. Februar 2012 kaufte das Bistum G*** von den Privatpersonen Mag. V*** U*** und Dr. I*** H*** drei in einer Selbstanzeige des Bistums G*** vom 25. Jänner 2019 konkret bezeichnete Eigentumswohnungen samt vier Carports sowie 242/1000 Anteile an einer Liegenschaft in S*** am W*** um einen Gesamtkaufpreis von 1.300.000 Euro. Am 21. Juni 2013 verkaufte das Bistum G***, vertreten durch Dr. A*** S***, diese Immobilien, deren Eigentum nicht verbüchert worden war, um einen – um 200.000 Euro höheren – Kaufpreis von 1.500.000 Euro an die I*** Privatstiftung des G*** G***, vertreten durch die Vorstände Prof. Dr. J***-A*** L*** und R*** H***. Die Vertragsverhandlungen für das Bistum G*** führte Dr. E***-H*** L*** in Absprache mit Bischof Dr. A*** S***. Bereits im Mai 2013 setzte Dr. E***-H*** L*** den Mag. F*** L*** davon in Kenntnis, dass eine Spende von 600.000 Euro für die Diözese G*** einlangen werde. Mag. B*** K*** legte den Kaufvertrag dem Domkapitel zur Genehmigung vor. Am 27. Juni 2013 – also einige Tage nach Abschluss des Kaufvertrages am 21. Juni 2013 – zahlte die V*** Privatstiftung des G*** G***, deren Vorstände ebenfalls Prof. Dr. J***-A*** L*** und R*** H*** waren, eine Spende von 600.000 Euro an das Bundesdenkmalamt mit folgender Erklärung des Verwendungszwecks: „Spende gemäß §§ 4a und 18 EStG vorgeschlagen für Schatzkammer G***/Diözesanmuseum“. Rechtsträger der Schatzkammer G***/Diözesanmuseum war die Diözese G***.



Am 8. Oktober 2013 wurde die Spende vom Bundesdenkmalamt an die Diözese G*** weiterüberwiesen. Die Vorstandsmitglieder und Eigentümer der I*** Privatstiftung waren damals ident mit den Vorstandsmitgliedern und Eigentümern der V*** Privatstiftung. Beide Privatstiftungen standen im Wesentlichen im wirtschaftlichen Eigentum des Stifters G*** G***. Inhaltlich der Selbstanzeige wurde „aus Vorsichtsgründen “ der Verdacht geäußert, aufgrund des zeitlichen Zusammenhanges des Liegenschaftsverkaufs an die I*** Privatstiftung am 21. Juni 2013 mit der am 27. Juni 2013 erfolgten Spende der ebenfalls im Eigentum des G*** G*** stehenden V*** Privatstiftung handelte es sich bei der als Spende deklarierten Zahlung tatsächlich um einen Teil des Kaufpreises für die an die I*** Privatstiftung veräußerten Immobilien.



Der Einstellung des Ermittlungsverfahrens lagen folgende Erwägungen zu Grunde:



Ungeachtet des zeitlichen Konnexes zwischen Liegenschaftsverkauf und Spende und der bestehenden „personellen Überschneidungen“ auf Seiten der Liegenschaftskäuferin I*** Privatstiftung und der Spenderin V*** Privatstiftung (Vorstand war je Prof. Dr. J***-A*** L*** und Eigentümer je G*** G*** bzw. dessen Angehörige) einerseits sowie betreffend Bistum G*** und Diözese G*** (je vertreten durch Diözesanbischof Dr. A*** S***) andererseits, aufgrund welcher Umstände die Selbstanzeiger den Verdacht für begründet erachteten, bei der in Rede stehenden Spende könnte es sich in Wirklichkeit um einen Teil des Kaufpreises der Immobilien handeln, wäre zunächst hervorzuheben, dass es sich beim Kaufpreisempfänger Bistum G*** (bischöfliches Mensalgut) und der – aufgrund Verfügung des Bundesdenkmalamtes letztlichen – Nutznießerin der Spende, nämlich der Diözese G***, um unterschiedliche Rechtssubjekte handelte.



Hervorzuheben wäre ferner, dass die Spende nicht der Diözese G***, sondern dem Bundesdenkmalamt mit Verwendungszweck „Spende gemäß §§ 4a und 18 EStG vorgeschlagen für Schatzkammer G***/Diözesanmuseum“ gewährt wurde. Wie sich aus dem Wortlaut der Erklärung des Verwendungszweckes der Zahlung ergibt, handelte es sich dabei lediglich um einen Verwendungsvorschlag. Eine rechtlich verbindliche und das Bundesdenkmalamt verpflichtende Zweckbindung war daraus nicht ableitbar. Die endgültige Entscheidung über die konkrete Verwendung lag demnach allein beim Bundesdenkmalamt. Auch war die Spende ab Einzahlung auf das Treuhandkonto dem Bundesdenkmalamt zuzurechnen. Diesbezüglich wäre auch der Wortlaut des Treuhandvertrages hervorzuheben, inhaltlich dessen unter anderem normiert wurde: „Der Spender nimmt zur Kenntnis, dass die steuerliche Absetzbarkeit der Spende gemäß den Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes nur dann möglich ist, wenn das Bundesdenkmalamt auch hinsichtlich dieser Spenden seine Entscheidungsbefugnis im Rahmen der gesetzlichen Ermächtigung zur Durchführung von Förderungen ausüben kann. Aus diesem Grunde erklärt sich der Spender mit einer allfälligen anderweitigen Verwendung der Spende einverstanden.



Im Zusammenhang mit dem gegenständlichen Immobilienverkauf des Bistums G*** an die I*** Privatstiftung am 21. Juni 2013 und der am 27. Juni 2013 von der V*** Privatstiftung getätigten Spende legten folgende Ermittlungsergebnisse den Verdacht des Verbrechens des Abgabenbetrugs nach den §§ 33 Abs 1, 39 Abs 1 lit. b FinStrG durch Verschleierung eines Teils des Kaufpreises als Spende nahe:


So kaufte das Bistum G*** die Immobilie am 20. Februar 2012 ohne anschließende Verbücherung dieses Vertrags. Die ursprünglichen Eigentümerinnen hatten sich zuvor geweigert, die betreffende Immobilie an G*** G*** zu verkaufen, angeblich, weil dieser ihnen nicht 1.500.000 Euro zahlen wollte. Schon im Jahr 2012 führte Dr. A*** S*** Gespräche mit G*** G*** betreffend einer Spende von 600.000 Euro, welche G*** G*** Anfang September 2012 zusicherte. Diese Spende wurde im Mai 2013 - sohin erst kurz vor dem Kaufvertrag im Juni 2013 – von Dr. E***-H*** L***, welcher seitens des Bistums die Vertragsgespräche zum Verkauf der Immobilien an die I*** Privatstiftung führte, „unter Einmahnung von Diskretion" gegenüber Mag. F*** L*** zwecks Eröffnung eines „Treuhandkonto[s] des Bundesdenkmalamtes" avisiert. Die dem Verkauf der Immobilie durch das Bistum G*** an die I*** Privatstiftung am 21. Juni 2013 sodann folgende Spende der V*** Privatstiftung vom 27. Juni 2013 an das Bundesdenkmalamt mit gewünschter Widmung zugunsten der Diözese G*** wurde zur Gänze an die Diözese weitergeleitet. Generell seien Vorschläge für Spenden seitens des Bundesdenkmalamtes immer beachtet worden. Der tatsächliche Spender wurde nicht öffentlich gemacht.



Ungeachtet der nach Lage des Falles realistischer Weise nicht zu klärenden Frage des (bezogen auf den Zeitpunkt Juni 2013) seinerzeitigen objektiven bzw. tatsächlichen Wertes der Immobilien wäre festzuhalten, dass das Bistum G*** die Liegenschaften im Februar 2012 um einen Preis von insgesamt 1.300.000 Euro kaufte und im Juni 2013 um einen um mehr als 15 Prozent höheren Kaufpreis von 1.500.000 Euro verkaufte, sodass für die am Verkaufsvorgang beteiligten bzw. darüber in Kenntnis befindlichen Beschuldigten objektiv keine Veranlassung bestehen musste, an der Angemessenheit des späteren (höheren) Verkaufspreises zu zweifeln, und unter Bezugnahme auf die vorliegenden Ermittlungsergebnisse schon objektiv keine hinreichend konkreten Verdachtsgründe bestanden, die indizierten, bei der in Rede stehenden Spende von 600.000 Euro an das Bundesdenkmalamt mit Verwendungsvorschlag für die Diözese G*** handelte es sich in Wirklichkeit um eine „versteckteRestkaufpreiszahlung an das Bistum G***. Hinzu kommt, dass nach Lage des Falles nicht widerlegbar wäre, dass der (eigentliche bzw. wirtschaftliche) Spender G*** G*** die Spende an das Bundesdenkmalamt mit gewünschter Verwendung für die Diözese G*** aus wohltätigen Motiven vornahm.



Damit im Einklang stehen auch die Ausführungen des Beschuldigten Dr. A*** S***, wonach mit G*** G*** bereits im Jahr 2012 über eine Spende in der Größenordnung von 600.000 Euro für eine neue Orgel im K*** Dom verhandelt wurde, wobei der Stellungnahme des genannten Beschuldigten auch ein Konzept sowie ein Kostenvoranschlag der Firma R*** für den Orgelbau im Betrag von 641.417 Euro angeschlossen waren. Demgegenüber erweist sich die von der Finanzstrafbehörde wiederholt und auch im Abschlussbericht relevierte Bewertungsfrage bzw. die Frage des seinerzeitigen (exakten) Verkehrswertes der Liegenschaften im Juni 2013 ungeachtet der beschriebenen Beweisschwierigkeiten als nach Lage des Falles nicht relevant:



Zum einen geht selbst die Finanzstrafbehörde davon aus, dass sich unter Bezugnahme auf den Erwerb von 758/1000 Anteilen der Liegenschaft im Jahre 2011 (durch G*** G*** bzw. dessen Privatstiftung) um 5 Millionen Euro ein Kaufpreis von 6.596 Euro pro Anteil ergibt, dem im Hinblick auf den Erwerb der 242/1000 Anteile vom Bistum G*** im Juni 2013 um 1,5 Millionen Euro ein – nicht signifikant geringerer - Preis von 6.198 Euro pro Anteil gegenüberstünde. Zum anderen vermögen die Ausführungen der Stellungnahme vom 29. Oktober 2019 der Steuer- und Zollkoordination, Fachbereich Bewertung und Bodenschätzung, die einen angeblichen Wert der Liegenschaft von über 2,8 Millionen Euro annimmt, schon inhaltlich und methodisch nicht zu überzeugen. Diesbezüglich wird zur Vermeidung von Wiederholungen auf die nachvollziehbaren Erwiderungen auf diese gutachterliche Stellungnahme der Finanzstrafbehörde hingewiesen. Insoweit die Finanzstrafbehörde inhaltlich des Abschlussberichtes anregte, einen Sachverständigen zu bestellen, der den tatsächlichen Wert der Liegenschaft feststellt“, wäre sie darauf zu verweisen, dass sie ersichtlich selbst davon ausgeht, dass „eine schlüssige und nachvollziehbare Gebäudebewertung schon am Faktischen scheitert“, da das in Rede stehende Gebäude kurz nach dem Erwerb abgerissen wurde. Die im Abschlussbericht ebenfalls relevierten Angaben des – die Selbstanzeige befürwortenden - Mag. B*** K***, wonach er im Rahmen der seinerzeitigen Schätzung von einem damaligen Anschaffungswert von 1,7 Millionen Euro und einer erheblichen jährlichen Preissteigerung ausgegangen sei, stehen die nicht widerlegbaren Angaben des Beschuldigten Dr. A*** S*** entgegen, wonach „sich die Abgewohntheit der Wohnanlage, die ein vormaliges Gästehaus war, bemerkbar machte und der ursprüngliche Gedanke, auch den Rest der Immobilie zu kaufen, um daraus ein attraktives Gästehaus zu machen, daran scheiterte, dass der damalige Mehrheitseigentümer (ersichtlich gemeint G*** G*** bzw. dessen Privatstiftung) nicht verkaufen wollte.



Selbst für den Fall, dass (nach ergänzenden Ermittlungen) feststellbar wäre, dass Vertreter der V*** Privatstiftung sich vor Überweisung der Spende von Mitarbeitern des Bundesdenkmalamts zusichern ließen, dass die 600.000 Euro auch tatsächlich der Diözese G*** weiterüberwiesen werden, wäre nicht zweifelsfrei bewiesen, dass der gespendete Betrag Teil des Kaufpreises war, weil immer noch unwiderlegbar wäre, dass G*** G*** die Spende zwar anlässlich des (zumindest: auch) in Zusammenhang mit den Verkaufsverhandlungen hergestellten Kontaktes zu Dr. A*** S*** veranlasste, dabei jedoch tatsächlich aus wohltätigen Motiven handelte. So gab etwa Prof. Dr. J***-A*** L*** als Beschuldigter vernommen an, G*** G*** habe ein Naheverhältnis zur Kirche gehabt. Da der Beschuldigte zum Vernehmungszeitpunkt nicht mehr für G*** G*** tätig war und seine Aussage im Gesamten schlüssig war, kann sohin nicht widerlegt wenden, dass die inkriminierte Spende tatsächlich auf einer emotionalen Entscheidung des G*** G*** beruhte, welche von den Vertretern der V*** Privatstiftung umgesetzt wurde, und wohltätiger Natur war.

Denn alleine die – laut den von Dr. A*** S*** bzw. der I*** Privatstiftung in Auftrag gegebenen, nachvollziehbaren Gutachten sowie deren Stellungnahmen zur Kritik der Finanzstrafbehörde zum damaligen Zeitpunkt angemessene – Höhe des Kaufpreises von 1.500.000 Euro ist nicht geeignet, um in Zusammenschau mit der kurz danach getätigten Spende von 600.000 Euro den Tatverdacht ausreichend zu belegen. Ferner wurden auch keine Ermittlungsergebnisse zum Beweis eines dahingehenden Vorsatzes erzielt. Vielmehr entlasten insbesondere der im Februar 2012 um 200.000 Euro günstiger erfolgte Kauf derselben Immobilie die Beschuldigten auf Seiten des Bistums und der Diözese G*** einerseits, sowie die generell großzügige Spendentätigkeit des G*** G*** und dessen Privatstiftung die Beschuldigten auf Seiten der I*** Privatstiftung und der V*** Privatstiftung andererseits.



Zusammengefasst wäre nach Ausschöpfung der zur Verfügung stehenden Beweisquellen nach Lage des Falles davon auszugehen, dass es sich bei der ersichtlich vor allem vom seinerzeitigen Diözesanadministrator Dr. E*** G*** initiierten Selbstanzeige bzw. damit einhergehenden Anzeige des Bischofs Dr. A*** S*** und anderer Personen um eine „Vorsichtsmaßnahme“ handelte. Unter Bezugnahme auf das dargestellte generell großzügige Spendenverhalten des G*** G*** im Wege seiner Privatstiftungen käme der in Rede stehenden Spende in der Größenordnung von 600.000 Euro bereits objektiv eine besondere Bedeutung nicht zu.



Nach Lage des Falles erweist sich die Beweissituation vor allem im Hinblick darauf, dass aus Sicht des Bistums G*** der Verkaufspreis der Liegenschaften von 1,5 Millionen Euro deutlich über dem seinerzeitigen Kaufpreis von 1,3 Millionen Euro lag, die Spende von 600.000 Euro in Wirklichkeit dem Bundesdenkmalamt gewährt wurde und die generell großzügige Spendentätigkeit des G*** G***, insbesondere in subjektiver Hinsicht als aussichtslos, sodass das Ermittlungsverfahren gegen die genannten sieben Beschuldigten und die beiden belangten Verbände je gemäß § 190 Z 2 StPO aufgrund Aussichtslosigkeit der Beweislage insbesondere in subjektiver Hinsicht eingestellt wurde.