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Aktenzeichen:

Zentrale Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption (WKStA) (020), 28 St 11/19t

Veröffentlicht durch:

OStA Wien (038), 8 OStA 11/19v

Bekannt gemacht am:

13.10.2020


Entscheidungsdatum:

03.09.2020

Einstellungsgrund

§ 190 Z 2 StPO


Dem gegenständlichen Ermittlungsverfahren lag der anonym geäußerte Verdacht zugrunde, E*** K***-B*** und unbekannte Polititker des BZÖ (UT) hätten Vermögensbestandteile in Bezug auf einen 50.000 Euro übersteigenden Betrag, die aus einem Verbrechen eines anderen herrühren, und zwar 1,5 Millionen Euro aus einer Untreue in einem besonders schweren Fall nach §§ 266 Abs I, II, 263 Abs 3 Nr 2 des deutschen Strafgesetzbuches durch den Leiter des Bereichs Military Aircraft und Prokuristen der E*** D*** GmbH, wobei diese Vermögensbestandteile zunächst in die V*** A*** LLP als „schwarze Kasse" eingebracht wurden, bevor sie an E*** Finance Ltd und andere Empfänger weitertransferiert wurden,

I./ wissentlich an sich gebracht, verwaltet und Dritten übertragen, und zwar
E*** K***-B*** in Österreich und andernorts vom 14. August 2006 bis zu einem noch festzustellenden Zeitpunkt, indem sie einen an jenem Tag von der A*** A*** Bank N.V. ausgestellten Scheck über 1,5 Millionen Euro einlöste, das Geld sodann auf das Konto einer von der M*** Group AG verwalteten Schweizer Briefkastenfirma transferierte, von dort in bar behob und in Österreich in bar an unbekannte BZÖ-Politiker übergab;

II./ nach dem 14. August 2006 in Österreich wissentlich an sich gebracht, und zwar UT, indem sie das Geld von E*** K***-B*** in bar übernahmen.



 

Gegen E*** K***-B**** und UT bestand daher der Verdacht der Geldwäscherei nach § 165 Abs 1, 2 und 3 StGB idF BGBI I Nr. 136/2004.

In Beantwortung einer Europäischen Ermittlungsanordnung teilten die
niederländischen Behörden mit, dass
E*** K***-B*** bei der A*** A*** Bank N.V. nicht bekannt ist, bei der A*** A*** Bank N.V. das auf der vorliegenden Scheckkopie angeführte Konto mit der Nummer 62900169359 nicht existiert und nicht bekannt ist, ob die A*** A*** Bank N.V. überhaupt Schecks dieser Art ausgegeben hat. Über Anfrage des ORF und der AARGAUER Zeitung gab die A*** A*** Bank bekannt, dass der Scheck gefälscht sei.

Das Ermittlungsverfahren hat auch sonst keine belastbaren Anhaltspunkte dafür hervorgebracht, dass dieses Geld oder ein Betrag gleicher Höhe im
Zusammenhang mit der Eurofighter-Beschaffung dem Konto Nr. 62900169359 bei der A*** A*** Bank N.V. gutgeschrieben und im Zeitraum 14. August 2006 bis 13. November 2006 von
E*** K***-B*** mittels Scheck eingelöst wurde. Vielmehr ist insbesondere aufgrund der Auskunft durch die A*** A*** Bank N.V. davon auszugehen, dass es sich bei dem auch an die Medien gelangten Scheck um eine Fälschung handelt.

Den auf der Annahme, dass der Scheck eingelöst wurde und damit 1,5 Millionen Euro aus der Eurofighter-Beschaffung an E*** K***-B*** geflossen wären, beruhenden Verdächtigungen, die Genannte hätte das Geld im Anschluss auf das Konto einer von der M*** Group AG verwalteten schweizerischen Briefkastenfirma transferiert, dort bar behoben und in Österreich in bar an UT übergeben, ist damit die Grundlage entzogen.

Das Ermittlungsverfahren wurde daher am 3. September 2020 gemäß § 190 Z 2 StPO eingestellt.